Der Trend der Remastered-Games - Fluch oder Segen?

Am vergangenen Freitag, den 19.01.2024, erschien The Last Of Us Part II in einer optisch und technisch verbesserten Variante auch für die PlayStation 5. Viele Fans freuen sich, das dramatische Zombie-Abenteuer erneut mit aufgehübschter Grafik erleben zu dürfen.

Jedoch hagelt es auch viel Kritik gegenüber dem Entwickler Naughty Dog. Bereits den ersten Teil, der erstmals im Jahr 2013 für die PlayStation 3 erschienen ist, gab es auch später als Remastered-Version für die PlayStation 4 und im vergangenen Jahr erneut mit neuester Technik für die PlayStation 5. Selbiges gilt auch für die erfolgreichen Uncharted-Spiele. Einerseits ist es natürlich ein schönes Angebot für die Fans, die Welt und die Charaktere dieser Spielereihen immer in der schönsten Grafik der aktuellen Standards erleben zu können, andererseits wünschen sich viele Fans auch weniger Remastered-Auflagen und dafür mehr Fokus auf neue Spiele und Geschichten seitens Naughty Dog.

Allerdings ist Naughty Dog nicht allein wenn es darum geht, bereits gekochte Gerichte immer wieder aufzuwärmen. Rockstar Games zum Beispiel haben ihr preisgekröntes Grand Theft Auto V auch bereits seit drei Konsolengenerationen immer wieder frisch aufpoliert – wir können gespannt sein, ob uns bei GTA VI ein ähnliches Schicksal erwarten wird, das 2025 für PlayStation 5 und Xbox Series erscheinen soll.
Die Antwort dazu lautet höchstwahrscheinlich Ja, denn der Trend zu Neuauflagen ist auch bei unzähligen anderen Spielen zu beobachten: Bevor Marvel’s Spider-Man 2 (PS5) im Herbst 2023 veröffentlicht wurde, bekam der direkte Vorgänger Marvel’s Spider-Man (PS4) auch eine optisch angepasste Version für die aktuelle Konsole. Auch Klassiker der letzten Spielegenerationen wie z.B. Resident Evil 4 (2005) und Dead Space (2008) haben einen aktuellen Ableger in neuer Optik erhalten. Und auch, wenn die Titel noch gar nicht viel gealtert sind, scheinen sich Remastered-Varianten mit kleinen Zusatzinhalten zu lohnen, wie man an Death Stranding (2019), Ghost of Tsushima (2020) oder Nioh 2 (2020) erkennen kann.
 
Ob man dies als positive Entwicklung der Gaming-Industrie sieht, bleibt jedem selbst überlassen, denn es gibt auf beiden Seiten genügend Argumente. Und vielleicht ist genau das auch die Gelegenheit für kleinere Entwicklerstudios, sich mit neuen und innovativen Ideen ins Rampenlicht zu spielen, während die großen Firmen über längere Zeit bei den gleichen Titeln stehen bleiben.

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